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Gedichte aus vier Zyklen von 1991 bis 1997 |
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Ein Hoch auf die ernste Lyrik |
Steinern währt das Wort - ein Häuflein Liebe modert still im Gras als Rest von Blumen, die einst Blüten trieben;
als Traum vom Menschen, die wie Kinder blieben - im Alter und an jedem Ort. |
Steinern währt das Wort - das Tageslicht am Horizont als Netz von Ängsten, die die Nacht umweben;
als Spur von Sorgen, die wie Wolken schweben - im Hier und Jetzt und immerfort. |
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Die Wortzerleger |
Der Sprache Grenzen sind unerreichbar! Welche Torheit, zu glauben,
daß sie zu durchbrechen sind. |
Oh, ihr Narren! Ihr, die ihr die Liebe zu ergründen sucht!
Ihr, die ihr das Wort zu zerlegen glaubt! |
Welche Anmaßung, die Euer Hirn umnachtet, welche Verachtung, die ihr der Schönheit zuteil werden laßt;
laßt die Sprache wie sie ist, versucht nicht zu zerstören, was ihr nicht einmal
ergründen könnt. |
Bewegt euch sicher auf der Erde, sicher werde erst der Schritt,
bevor ihr anstrebt, des Vogels Flug zu imitieren, ihm nachzufliegen durch den Äther. |
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Der Musenkuß |
Auf Zehenspitzen schleicht die Muse um den Tisch des Dichters. |
Verstohlen küßt sie ihn auf den Nacken, läßt ihn in Wollust schaudern. |
Er dreht sich um zu ihr, blickt in die Tiefe ihrer Augen - versteht - |
beginnt zu arbeiten. |
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Lied des Lehrers |
Sieh da ein Luftballon hoch neben Dir, fast in den Wolken.
doch wisse, daß ich abstrahier' - das heißt, ich habe Luft gemolken. |
Schau an der Luftballon ist nur Idee, er läßt sich leicht ersetzen.
Sein Tod tut nur den Ohren weh drum spreng' ich ihn in Fetzen. |
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