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Gedichte aus vier Zyklen von 1991 bis 1997 |
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Nocturnus |
Am Tag der Dunkelheit zerplatze ich in Zeit, verglühe ich im Raum. |
Stufe für Stufe, Schritt gegen schreit, Strahl gegen Streit, suche ich, verfluche
ich die Sonne, den Mond, der hohl und voll, vollkommen hohl den Fixstern reflektiert, die Nacht mit Lichterschatten -Schattenlichtern- konfrontiert, die Erde mit dem typisch
fahlen Blick anstiert; I Hate The Moon, she said and meant it. Sagt sie und meint, was wären wir denn ohne Mond? Wohl kaum! Weil schon das Wasser in uns flutet, ebbt,
gerade so wie Meeresnaß. Gezeitenhaß. |
Traumzeitenspaß, |
so scheint es, glitzert spritzend in den Wellen. Das Licht durchbricht die Oberfläche, versinkt,
verschluckt, ertrinkt und treibt und treibt und treibt für immer unter Wasser. |
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Liebesspiel |
Das Echo schweigt des Knaben Stimme im Fellatio-Falsetto. Engelsgleiche Lichter perlen, klingen Schwingung
durch Kristall. |
Im ruhigen Kern des Wirbelwindes wäre ich gern mit dir zusammen, schwammen wir doch um die Wette mit
der Wetterhexe, hatten wir die Koffer dort vergessen, nichts besessen außer hundertfacher Sicht; nur tausendfaches Licht im Prisma eines Regentropfens goß sich über
unsere Körper schmelzen ineinander, leben-beben umeinander, jagen Sterne miteinander, fielen-blieben aufeinander auf dem Boden liegen, kauern ängstlich wie zwei Kinder in der Ecke.
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Vorahnung |
Venusfliegenfallen blühen, und ich glühe, falle, krieche auf dem Boden, und ich pumpe
Silber in die Blutbahn, wo du kreist, und du schreist, und ich höre dumpfe Dunkelheit. |
Und sie hängen Blei an meine Füße, und ich sinke, ich ertrinke, ich ertrage dich nicht mehr,
denn drehst, und du windest, und verschwindest in der Fliehkraft. |
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In der fünften Dimension |
Über Weiten zieht der Wind, Lichterketten, Kettenlichter fliehen in Spiralen vor ihm über Felder,
über Weiten zieht der Wind. |
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