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Die Einleitung

Da diese Einleitung recht lang ist besteht sie aus zwei Teilen. Dies ist der zweite Teil. Den ersten Teil finden Sie [hier...].

Amerika mit Fußnoten (März 1995)

--- Teil 2 ---

Straßen und Autos

Ja, und da wir gerade von Preisen sprechen, leitet der Hinweis, daß die Gallone Benzin in Amerika derzeit nur 1,15 Dollar kostet (eine Gallone = 3,785 Liter, über den Daumen gepeilt ist das Benzin in Deutschland also viermal so teuer!), nahtlos zum Thema Straßen und Autos über.

Straßen gibt es hier reichlich. Bei einem Bestand von derzeit 180 Millionen (!) angemeldeter Automobile in den USA muß das auch so sein. Alleine New York City verfügt über ein Straßennetz von 16.000 Meilen Länge. Trotzdem hat man nie das Gefühl, das ganze Land sei mit Asphalt zugepflastert.

16.000 Meilen sind weit über 25.000 Kilometer! In einer einzigen Stadt! Ich hab's neulich im Radio gehört, daher weiß ich diese Zahl. Und was das Zupflastern mit Asphalt angeht, dazu ist Amerika einfach zu groß. Soviel Asphalt gibt's überhaupt nicht.

Im Gegenteil. Die meist sechsspurigen (drei in jede Richtung) Interstate Highways (Autobahnen) sind derart großzügig angelegt, daß alleine auf dem Mittelstreifen (also die Bezeichnung "Streifen" paßt meist wirklich nicht, das ist mehr so eine Art Mittelgegend) locker noch eine Autobahn europäischen Formats passen würde. Witzigerweise ist das hier sogar manchmal so ähnlich, denn auf dem Mittelstreifen findet man oft Tankstellen, Raststätten und Parkplätze!

Ja, da stutzen die aktiven Autofahrer unter Ihnen, nicht wahr? Aber es stimmt. Sowas ist natürlich nur deswegen möglich, weil die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit auf amerikanischen Highways 55 mph (mph = miles per hour = Meilen pro Stunde.) beträgt. Auf Landstraßen ist 45 mph gestattet und innerstädtisch, je nach Breite der Fahrbahn, zwischen 35 mph und 40 mph.

55 mph = 88 km/h, 45 mph = 72 km/h, 40 mph = 64 km/h, 35 mph = 56 km/h.

Außerdem darf man in Amerika auf mehrspurigen Straßen rechts überholen und - wie in der früheren DDR - an den meisten roten Ampeln rechts abbiegen, wenn der Verkehr es gestattet.

Das alles in Betracht ziehend, läuft der Straßenverkehr sehr entspannt ab. Es fließt nicht nur der Gesamtverkehr wesentlich ruhiger, sondern es ist eben durchaus möglich, von der äußerst linken Spur eines Highway nach links in die Mittelgegend zum Tanken oder Rasten abzubiegen, ohne daß es sofort zu einer Massenkarambolage kommt.

Jawohl, der Verkehr fließt tatsächlich. Ich habe inzwischen nun auch schon etliche Meilen auf amerikanischen Straßen hinter mich gebracht und außerhalb einer großen Stadt bisher keinen einzigen, ich wiederhole es noch mal: keinen einzigen Stau erlebt. Klar, der Verkehr ist zur rush hour schon dichter, aber es läuft. Das rührt nicht zuletzt daher, daß alle Verkehrsteilnehmer gleich schnell (oder langsam, wie man's nimmt) fahren. Lkw's, Limousinen, Sport- und Lieferwagen ... alles bewegt sich mit derselben Geschwindigkeit (sagen wir mal plusminus 5 mph) und jeder bleibt brav in seiner Spur. Keine Drängler, keine im Schneckentempo sich gegenseitig überholende Lkw und keine Idioten, die plötzlich ausscheren. In den Großstädten wie New York City ist allerdings manchmal die Hölle los. Da geht es kreuz und quer, falls zwischen den tausenden (wirklich) von gelben Taxis (Yellow Cabs) überhaupt noch Platz für andere Autos ist und wenn überhaupt noch etwas geht.

Ja, ich habe mich sehr schnell an diese gelassene Fahrweise gewöhnt, so daß ich den ersten Schock ("Meine Güte, 88 km/h Höchstgeschwindigkeit, das ist ja auf die Dauer gar nicht auszuhalten!") nicht nur sehr schnell überwunden habe, sondern ich - im Gegenteil - bei meinem letzten Deutschlandbesuch die Hetze und die Aggressivität des Straßenverkehrs nur noch schwerlich ertragen konnte. Außerdem habe ich unser deutsches Auto zweimal abgewürgt, weil ich vergessen habe, auf die Kupplung zu treten.

Was wollte ich denn eigentlich erzählen? Ach ja, der Amerikaner kann nicht Auto fahren! Ich meine, Auto fahren im europäischen Sinne. Von Kindesbeinen (hier kann man seinen Führerschein bereits im zarten Alter von 16 machen!) an auf maximal 55 mph getrimmt, besteht für ihn faktisch keine Notwendigkeit, seine fahrerischen Reflexe zu trainieren oder im Straßenverkehr etwa gar mitzudenken. Somit hat man es als Europäer (speziell als Deutscher) relativ leicht, der erste an der Ampel zu sein oder - ich weiß, das ist gemein - schnell den günstigsten Parkplatz beim Supermarkt zu ergattern.

Vorausgesetzt natürlich nur, man hat es wirklich mal eilig. Oder einfach, um nicht so ganz aus der Übung zu kommen.

Ungeachtet dieser Geschwindigkeitsbeschränkungen ist Amerika nach wie vor das Land des Automobils, denn die meisten Einkaufszentren, Sport- und Freizeiteinrichtungen sind ohne Auto gar nicht zu erreichen. Und - obwohl sie eigentlich gar nichts davon haben - die Amerikaner bauen grundsätzlich Motoren mit dreistelligen PS-Zahlen in ihre Autos ein. Es ist schon seltsam.

Der Führerschein

Was gibt's noch über das Autofahren hier in Amerika zu berichten? Ach, das Thema Führerschein. Hier befinde ich mich zur Zeit in einem schweren Gewissenskonflikt: Stolz oder Geld sparen? Als Ausländer muß man nämlich nach spätestens drei Monaten Aufenthalt im Staate New York eine sogenannte New York State Driver's License haben, sonst darf man (offiziell zumindest) hier kein Auto fahren!

Und - juchheißa - das gilt sogar für die Amerikaner, die aus einem anderen Bundesstaat kommen. Das wäre so, wie wenn ich z. B. von Niedersachsen nach Hessen umziehe und dort statt meines niedersächsischen einen hessischen Führerschein erwerben muß. Allerdings hat ein Führerschein in Amerika gleichzeitig die Funktion eines Personalausweises inklusive aktueller Adresse und Ablaufdatum. Das erklärt einige der Seltsamkeiten. In diesem Fall haben es Nichtamerikaner sogar etwas besser, denn ein nichtamerikanischer Führerschein wird in Verbindung mit einem internationalen überall in den USA akzeptiert. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings, denn wenn man von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, zahlt man zur Strafe eine höhere Kfz-Versicherungsprämie.

Nun gut, daß ich einen New Yorker Führerschein erwerben muß, kann, soll bzw. darf, dagegen habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Ich hätte nicht mal was dagegen, meinen deutschen Führerschein...

Erworben am 16, Mai 1965. Klasse I und III. Seitdem habe ich ziemlich unfallfrei in vier- und auf zweirädrigen Fahrzeugen eine Strecke zurückgelegt, die locker von New York bis zum Mond, einmal drum herum, wieder zurück nach New York, dort links abgebogen nach Los Angeles und wieder zurück reicht. Ich habe am Volant gesessen bei Sturm, Regen und Nebel, bei Schnee und Glatteis, bei Mond- und Sonnenschein. Ich habe Länder, Menschen und Abenteuer fahrenderweise überstanden, ja sogar das Meckern meiner Ex-Gattin auf dem Beifahrersitz. Ich bin reaktionsschnell zahlreichen Kindern samt ihren rollenden Bällen ausgewichen, habe an Zebrastreifen höflich alten Leuten und werdenden Müttern den Vortritt gelassen und während der ganzen langen Jahre nur ein einziges Mal auf einem Behindertenparkplatz geparkt, und das auch nur, weil es nachts halb vier war, es regnete und ich keinen Schirm dabei hatte.

...für die Dauer meines Aufenthaltes gegen eine hiesige Driver's License einzutauschen. Aber die Sache ist nämlich so: Um einer niedrigeren Versicherungsprämie willen müßte ich hier wieder ganz von vorne anfangen. Zuerst einen Antrag ausfüllen. Zweitens eine theoretische Prüfung ablegen. Doch selbst das kann ich noch akzeptieren, denn die Verkehrsregeln und -schilder sind in der Tat hier etwas anders, als wir sie aus Europa gewöhnt sind, ich habe es schon angedeutet. Drittens muß ich mich zur praktischen Prüfung anmelden und viertens muß ich diese Prüfung auch ablegen. Immer noch kann ich mir für all den Humbug ein wenig Verständnis abringen. Der große Aussetzer kommt nämlich jetzt erst: Wenn ich das alles durchlaufen und bestanden habe, bekomme ich ein sogenanntes Learner's Permit ausgehändigt.

Auf deutsch: Anfängerführerschein. Das wiederum gilt jedoch nicht für Amerikaner aus anderen Bundesstaaten, die kriegen in diesem Stadium des Verfahrens bereits ihre vollwertige Driver's License.

Damit darf ich dann sogar schon ein wenig fahren, jawohl, und zwar auf ganz bestimmten Strecken, die mir die Behörden ausdrücklich gestatten, z. B. von unserem Haus zu meiner Arbeitsstätte, zum Supermarkt, zum Arzt, zum Sportplatz usw.. Auf den Highways, mit ihren wahnwitzigen Geschwindigkeiten, muß allerdings ein Erwachsener neben mir sitzen (ein Achtzehnjähriger würde schon genügen, denn der hat wahrscheinlich seine driver's license schon seit zwei Jahren und verfügt damit über ausreichend Erfahrung).

In New York City ist mir das Führen eines Kraftfahrzeuges grundsätzlich nicht gestattet, egal ob in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder nicht, viel zu gefährlich. Zwischen 21:00h abends und 5:00h morgens darf ich in meinem Auto ebenfalls nicht alleine auf die Straße und wenn man mich innerhalb eines halben Jahres bei einem noch so kleinen Verkehrsvergehen erwischt, bin ich die License erstmal wieder los! Erst nach dieser Karenzzeit bin ich in Amerika wieder ein vollwertiger Autofahrer!

Sie glauben mir das alles nicht? Sie denken, ich übertreibe mal wieder? Hahaha! Hiermit erkläre ich mich feierlich bereit, jedem Zweifler auf Wunsch Kopien der ersten beiden Kapitel des Driver's Manual mit einem Vorwort vom Gouverneur des Staates New York persönlich zuzuschicken, da steht das alles haarklein drin.

Herausgegeben vom New York State Department of Motor Vehicles, Formnummer MV-21-(6/91. In besagtem Vorwort erfrecht man sich auch noch zu allem Überfluß, mich mit "Dear Friend" anzureden.

So, und jetzt bitte ich um Handzeichen, wem das Vermeiden dieser Erniedrigung (ich empfinde das als eine solche) ebenfalls eine um jährlich etwa 200 Dollar höhere Versicherungsprämie wert ist. Danke, ich wußte, daß ich nicht alleine bin.

Am Ende dieses Kapitels werde ich Sie nun noch mit einigen Spezialitäten der New York State Straßenverkehrsordnung vertraut machen, die diese äußerst absurde Führerscheinregelung noch skurriler erscheinen läßt. Also, zunächst mal gilt eine - noch halbwegs vernünftige und einsehbare - Grundregel: Überhole niemals, nie und nimmer, unter gar keinen Umständen einen haltenden Schulbus! Das kostet dich sofort und stehenden Fußes den Führerschein.

Davon gibt es buchstäblich Hunderte. Da ein öffentliches Verkehrsnetz hier völlig fehlt und dazu in diesem riesigen Land die Wohnhäuser ziemlich weit auseinander liegen, unterhält jede Schule, jedes College eine umfangreiche Flotte von knallgelben Schulbussen, die die Kinder und Jugendlichen morgens von zuhause abholen und nach Schulschluß wieder zurückbringen. Wenn die Busse nun halten, um die Kleinchen ein- oder aussteigen zu lassen, schalten sie eine ganze Batterie von roten Blinklichtern ein, damit auch der letzte und allerdümmste Autofahrer Bescheid weiß. An einem haltenden Schulbus fährt nicht einmal die Feuerwehr im Einsatz vorbei und selbst  Kojak hätte die Gangster zähneknirschen davonsausen lassen müssen. Aber da sieht man mal wieder, wie weit Fernsehen und Realität voneinander entfernt sind, denn ein hinter einem Schulbus wartender Kojak, dieweil die Gangster gemütlich entschwinden, wurde meines Wissen in der beliebten Serie nie gezeigt.

Zweite Regel: sei auf der Hut, wenn vor dir ein Tanklastwagen fährt und du dich einem Bahnübergang näherst. Der Lkw wird nämlich vor dem Überqueren der Schienen volle Kanne und bis zum absoluten Stillstand des Fahrzeuges auf die Bremse latschen. Daß hier seit ungefähr 40 Jahren kein einziger Zug mehr gefahren ist, ja, daß links und rechts der Straße überhaupt keine Schienen mehr liegen, sondern, sagen wir beispielsweise ein Golfplatz oder ein Supermarkt, stört dabei nicht im geringsten. Der Lkw muß jedenfalls halten. Diese Haltevorschrift gilt auch für die wenigen Überlandbusse, aber nur, wenn außer dem Fahrer noch ein weiterer Mensch drin sitzt.

Auf dem Heck derartiger Fahrzeuge findet man häufig den Aufkleber: Attention! This vehicle stops at railroad crossings! (auf deutsch: Vorsicht! Dieses Fahrzeug hält an Bahnübergängen!).

Dritte Regel: Wenn dir ein Unfallwagen mit Sirenengeheul entgegenkommt, mußt du rechts ranfahren und anhalten. Nun gut, auf einer relativ engen Stadtstraße macht das ja auch Sinn, aber ganz allein mit dem besagten Unfallwagen auf der Gegenfahrbahn (!) eines sechsspurigen Interstate Highway mit einer Tankstelle auf dem Mittelstreifen?!? Ich weiß nicht recht. Und doch ist es so.

Die Umgebung rund um Poughkeepsie

Verlassen wir das traurige Kapitel, denn ich glaube, jetzt wird es langsam Zeit, ein paar Worte zur Gegend zu sagen. Inzwischen ist es ja wohl klar geworden, daß wir im Bundesstaat New York wohnen. Genauer: 70 Meilen, also etwa 110 Kilometer, nördlich von New York City.

Mit dem Auto fährt man etwa anderthalb bis zwei Stunden zum Zentrum (Manhattan), je nachdem wie dicht der Verkehr in New York selbst wird. Auf dem Highway dorthin gibt's keine Probleme, Tempomat eingestellt ... und ab geht's.

Daher kann ich mich nach der relative kurzen Zeit in Amerika auch nur zur hiesigen Landschaft äußern.

Grundsätzlich gibt es in Amerika natürlich jede, aber auch jede erdenkliche Landschaft. Berge, Wälder, Seen, Meer, Hügel, Wüste, Sumpf ... ach, was weiß denn ich? Es ist jedenfalls alles da, wie mir mehrmals glaubhaft versichert wurde (einiges habe ich auch schon auf meinen früheren Reisen kennengelernt, aber davon will ich hier jetzt nicht berichten).

Der Ort heißt Poughkeepsie, hat derzeit etwa 60.000 Einwohner und ist flächenmäßig nur wenig größer als das wiedervereinigte Berlin.

Kleiner Scherz. Ich weiß es nicht genau, aber weil hier einfach alles sehr groß und weitläufig ist, kommt es einem so vor. Ohne Auto ist man jedenfalls total aufgeschmissen.

Der Name Poughkeepsie ist indianischen Ursprungs (Apokeepsing) und bedeutet soviel wie "Sicherer Hafen". Zwar liegt der Atlantik ca. 70 Meilen weiter östlich, aber dafür fließt der Hudson River, der westlich von Manhattan ins Meer mündet, gleich vor der Türe, deswegen ist das mit dem Hafen durchaus berechtigt. Der Hudson ist bei Poughkeepsie ein paar hundert Meter breit und hat eine ziemliche Strömung, so daß er für ein Indianerkanu sicher nicht leicht zu überqueren war. Leider hatte ich bisher noch keine Zeit, mich mit der Historie des Gebietes vertraut zu machen (es gibt eine Art Heimatmuseum in der Stadt, das sehr schön sein soll). Soviel weiß ich jedoch: Die Indianer wurden um das Jahr 1650 von den Holländern vertrieben und diese dann etwas später von den Engländern. Etliche Straßennamen zeugen heute von dieser glorreichen Zeit. Ein paar Deutsche haben wohl auch mitgemischt, denn ganz in der Nähe von Poughkeepsie gibt es sogar einen kleinen Ort namens Germantown.

Und mit noch ein paar allgemein bekannten Namen kann ich dienen: An der Route 9, die parallel zum Hudson River verläuft und die eine der Haupt-Nord/Süd-Verbindungen des Staates New York ist, liegt auf der Höhe von Poughkeepsie - ziemlich unscheinbar - das Geburtshaus von Samuel Morse.

Der mit dem dit-dit-dit da-da-da dit-dit-dit, Sie wissen schon.

Worauf die Poughkeepsieaner...

Dieses Wort habe ich grade erfunden. Die Einwohner nennen sich nämlich nicht etwa selber Poughkeepsieans (was sprachlich durchaus korrekt wäre), sondern etwas umständlicher People of Poughhkeepsie (Leute von Poughkeepsie).

...sehr stolz sind, ist die Tatsache, daß hier 1836 die erste Hochschule für Frauen gegründet wurde, jawohl, die erste in ganz Amerika: das Vassar College. Deswegen gibt es im Ort auch gleich vier (!) Straßen, die Vassar Road heißen.

Was einem Neuankömmling (vor kurzem war ich so einer) nicht gerade die Orientierung erleichtert, vor allem, da ich das mit den vier verschiedenen Straßen noch nicht wußte und annahm, daß es ein und dieselbe und ich nur zu blöd sei, mit dem Stadtplan umgehen zu können. Das ist jedoch noch gar nichts. Kürzlich war ich geschäftlich in Atlanta. Dort sagt ein geflügeltes Wort: It's very easy to find the Peach Tree Road, there are 42 in Atlanta  (Es ist ganz einfach, die Pfirsichbaumstraße zu finden, es gibt nämlich 42 Stück davon in Atlanta).

Einige wenige Meilen weiter nördlich, in Hyde-Park...

Das (übrigens sehr malerische) Städtchen heißt so. Es ist kein Park und auch nicht verwandt oder verschwägert mit dem gleichklingenden Park in London.

...liegt die Theodore Roosevelt Residenz (ja, ein richtiger amerikanischer Präsident hat mal hier gleich um die Ecke gewohnt). Das ist wirklich nicht zu übersehen, denn bereits die erste Tankstelle am Ortseingang heißt Roosevelt-Tankstelle. Danach kommen, teils links, teils rechts der Route 9, der Roosevelt-Supermarkt, der Roosevelt-Imbiß, eine zweite Roosevelt-Tankstelle, der Roosevelt-Videoshop und der Roosevelt-Damenfriseur. Gleich neben dem Roosevelt-Restaurant geht links eine Straße rein zur Roosevelt-Tennishalle, hinter der ein Stückchen weiter die Einfahrt zum Roosevelt-Golfplatz liegt. Wir folgen jedoch der Route 9 weiter nach Norden und sehen rechter Hand das McRoosevelt Fast Food Restaurant (Slogan: Big Roosevelt - the best Rooseveltburger in town) und sofort dahinter ist das Roosevelt-Theater (zur Zeit wird der Filmklassiker "Vom Roosevelt verweht" gespielt, ich glaube mit Clark Roosevelt und Vivien Roosevelt in den Hauptrollen). Jetzt nähern wir uns dem Stadtkern. Das Roosevelt-Café neben dem Roosevelt-Fotogeschäft hat leider noch geschlossen, sonst hätten wir dort einen Roosevelt-Kaffee mit einem Stück der bekannten Roosevelt-Torte zu uns nehmen können. Links, sofort hinter der zweiten Roosevelt-Tankstelle, erkennen wir nun das schmucke Roosevelt-Rathaus.

Der Platz, der sich großzügig vor dem Rathaus ausbreitet, ist nach irgendeinem amerikanische Präsidenten benannt, dessen Name mir jedoch momentan leider entfallen ist.

Nachdem wir den Roosevelt-Gebrauchtwagenhändler, den zweiten Roosevelt-Supermarkt, die Roosevelt-Kinderboutique und die Anwaltspraxis Roosevelt, Roosevelt & Roosevelt passiert haben, könnten wir beim Ortsausgang noch schnell an der Roosevelt-Tankstelle Nummer III tanken, aber wir haben noch genügend Sprit, um den ganzen Spuk im 45-Meilen-Tempo hinter uns zu lassen.

Eine allerletzte Bemerkung sei mir gestattet. Ich mach's Ihretwegen, damit Sie - falls Sie diesen Abschnitt jemandem vorlesen sollten - als Insider glänzen können. Trotz des doppelten o's spricht man diesen Namen "Rohswelt" und nicht "Ruhswelt" aus.

Wenn wir im nächsten Ort, Rhinebeck, nach dem Entrichten der entsprechenden Gebühr auf der dortigen Brücke...

Im Staat New York kostet das Befahren von Brücken Geld, je nach Länge der Brücke zwischen 25 Cents und drei Dollar. Es empfiehlt sich also, immer ein paar Dollarnoten im Handschuhfach zu haben, denn an den Mautstellen kann man ausnahmsweise mal nichts mit seiner Kreditkarte anfangen.

...den Hudson überquert haben und uns auf der anderen Seite des Flusses wieder nach Süden wenden, kommen wir - aufgepaßt - durch eine Gegend, die ganz offiziell New Paltz heißt. In der Tat, die ganze Gegend hier ähnelt sehr einer deutschen (na, seien wir mal - trotz Paltz - nicht so nationalistisch) also, europäischen Mittelgebirgslandschaft. Nur - ich weiß, ich schreibe das jetzt zum xten Mal - alles viel weitläufiger. Wenn wir nämlich in Rhinebeck noch weiter nach Norden, in Richtung Albany...

Für die, die's noch nicht wußten: Albany ist die Hauptstadt des Staates New York.

...gefahren wären, garantiere ich, daß wir auf den nächsten zwanzig bis dreißig Meilen höchstens noch zehn Autos getroffen hätten. Wirklich, ich hab's ausprobiert. An einem sonnigen, typisch ausflugsträchtigen Sonntagnachmittag!

Wie gesagt, ich kenne noch nicht viel von der Umgebung hier, möchte aber zum Schluß doch noch Westpoint nennen, das nicht weit von hier in Richtung Newburgh liegt. Westpoint ist die Militärakademie für angehende Elite-Offiziere. Einem Absolventen dieser Schule stehen auf seinem Karriereweg zum General nur noch ganz wenig Hindernisse entgegen. Im Sommer, so hat man mir erzählt, ist Westpoint an Wochenenden für Besucher zugänglich und man kann dort Zeuge prächtiger bunter Paraden mit Tschingderassabumm und allerlei militärischem Firlefanz werden.

Ja, und erwähnen sollte ich auch noch das CIA. Jetzt, glauben Sie, wird's endlich spannend? Na ja, wie man's nimmt. CIA hat in diesem Fall jedoch leider nichts mit dem amerikanischen Geheimdienst, der Central Intelligence Agency zu tun, sondern es ist die Abkürzung für Culinary Institute of America, Amerikas berühmteste Schule für angehende Küchenchefs und Oberkellner, die nur knapp fünf Meilen von Poughkeepsie entfernt ist. Nach langer vorheriger Anmeldung kann man dort an einem Dinner der Extraklasse teilnehmen. Das muß wirklich was Besonderes sein, denn diejenigen Amerikaner, die mir davon erzählt haben, verdrehten jedesmal noch immer ganz verzückt die Augen. Und da ich weiß, daß sie zu den Amerikanern gehören, die wirklich beurteilen können, was sie da gespeist haben, werden wir das wohl schnellstmöglich ausprobieren müssen.

Essen und Trinken in amerikanischen Restaurants

Und schon wieder erweise ich mich als Meister der Überleitungen, denn was würde nach der Erwähnung des CIA besser passen, als ein kleiner Ausflug zum amerikanischen Essen und Trinken, sowie in die Restaurants, nicht wahr?

Als Europäer hat man ja zunächst das gesunde Vorurteil, daß es in Amerika von McDonalds, Burger Kings und Kentucky Fried Chickens nur so wimmelt und daß dieses Junk Food den größten Teil der täglichen Nahrung eines Amerikaners darstellt.

Junk = Abfall, Food = Nahrung. So nennen 90% der Amerikaner zwischen 6 und 20 völlig zutreffend ihre täglichen Nahrungsmittel.

Das stimmt natürlich nicht, in der Realität und vor Ort stellt sich meist jedes Vorurteil bekanntermaßen als total falsch heraus. Und so ist es auch hier, denn da wimmeln zusätzlich zu den schon genannten Läden auch noch Dutzende von Wendy's und Sizzler's und Friendly's herum. Natürlich auch die Pizza Huts sonder Zahl, sowie die unzähligen kleinen No Names (Namenlose), wie Fred's Super Burger, Mama Leone's Pasta, Old Uncle Henry's Sandwich Bar und wie die alle phantasievoll heißen (den guten alten Eddie mit seiner Gourmet Pizza haben Sie ja schon kennengelernt). Ja, es gibt sogar - Ähnlichkeiten mit lebenden Fast Food Ketten sind wohl rein zufällig - eine Hühnerbraterei, die sich frech Kennedy Fried Chicken nennt.

Und um nochmals auf das gerade erwähnte Vorurteil zurückzukommen: für viele Amerikaner bildet Junk Food nicht den größten Teil der Nahrung, sondern den ausschließlichen! Ich räume allerdings an dieser Stelle freimütig ein, daß ich mir ebenfalls gelegentlich einen Double Bacon Cheeseburger mit French Fries genehmige und ich gestehe desweiteren, daß es mir sogar schmeckt.

Das gilt auch für die Hühnerteile aus Kentucky. Daß das Zeug in Amerika besser schmeckt, soll keine Entschuldigung sein, sondern es stimmt tatsächlich.

Da ist auch weiter nichts diskriminierendes bei, denn man sieht durchaus ganz seriös gekleidete Büromenschen, die mittags gemeinsam (eine Art Geschäftsessen?) Big Macs mampfen gehen.

Selbstverständlich gibt es auch richtige Restaurants hier. Sogar welche, bei denen man sich vor dem Besuch in Schale schmeißt oder zumindest ein Krawatte umbindet. Damit Sie sich gleich ein paar Namen merken können, zähle ich die besten hier auf, die in ganz Amerika vertreten sind, nicht ohne darauf hingewiesen zu haben, daß es noch viel, viel mehr gibt. Zu denen, die ich kenne und mit denen ich zufrieden war, gehören: The Red Lobster, Banta's Steak & Stein, Osho's, Umberto's Italian & American Restaurant und Q's Garden. Sie sehen an dieser kleinen Auswahl, daß selbst Gourmets in Amerika nicht zu verhungern brauchen.

Und diese Auswahl ist nur aus Poughkeepsie. Im südlichen Nachbarort, Fishkill (für den Namen kann ich nichts), gibt es sogar ein deutsches Spezialitätenrestaurant mit Schweinshaxe, Sauerkraut und Knödeln (ich war aber noch nicht drin ... muß auch vorerst nicht sein).
Red Lobster: Zum Roten Hummer. Die Spezialität des Hauses geht aus dem Namen hervor.
Bantas's Steak & Stein: Warum das so heißt, weiß ich auch nicht. Mit Steinen haben die Steaks jedenfalls nichts zu tun. Butterzart und auf Wunsch so groß wie der Sonntagsbraten für eine vierköpfige deutsche Familie. Mein derzeitiges Stamm-Steak-Haus.
Osho's: So ein japanisches Restaurant, wo man um einer heißen Platte herumsitzt und den Koch beim Zubereiten und Messerjonglieren beobachten kann. Sehr spannend, sehr lustig und sehr lecker.
Umberto's Italian & American Restaurant: Pasta-Gerichte vom Feinsten. Aber auch Steaks und überdimensionales Salatbuffet, wie aus dem Namen unschwer zu erkennen ist.
Q's Garden: Sehr guter Chinese. Ebenfalls mit einem Buffet, bei dem einem die Augen übergehen.

Trotzdem, Essen und Trinken ist hier Amerika schon etwas anders.

Ich meine damit das auswärtige Essen. Wie die tägliche Speisenzubereitung und Nahrungsaufnahme in privaten Küchen vor sich geht, könnte ich höchstens aufgrund einiger TV-Werbespots über Tiefkühlkost zu beurteilen versuchen. Aber das ist mir dann doch ein bißchen zu unsicher.

Das beginnt schon am Restauranteingang. Wehe dem, der in gewohnter deutscher Manier einfach das Lokal betritt, sich nach einem freien Tisch umschaut und dann ungezwungen Platz nimmt! So ein Fall ist zwar seit der Unabhängigkeitserklärung noch nie ruchbar geworden, aber in den Augen der Amerikaner käme es der Tat gleich, auf einer Harley-Davidson mitten in einen Sonntagsgottesdienst hineinzuknattern.

Na, endlich habe ich einen Grund gefunden, die legendäre Motorradmarke in meinen Bericht einzubauen! Als begeisterter Motorrradfahrer hätte ich diesem Thema natürlich ein ganzes Kapitel widmen müssen, statt es in einer bescheidenen Anmerkung zu verstecken. Nichtsdestotrotz sollten Sie wissen, daß ich mittlerweile sämtliche Harley-Davidson Händler der Umgebung (einschließlich der Nachbarstaaten Connecticut und New Jersey) abgeklappert  habe. Die Saison steht vor der Tür und deswegen habe ich auch schon ein ganz bestimmtes Teil im Auge .... aber noch hat's etwas Zeit.

Man bleibt also lieber brav vor einem kleinen Pult stehen und wartet geduldig, bis die Empfangsdame nach geschäftigem Blättern in dem vor ihr liegenden Folianten einen Platz gefunden hat.

Das kann natürlich auch ein Empfangschef männlichen Geschlechtes sein, aber die Amerikaner (und nicht nur die) bevorzugen verständlicherweise appetitlich aussehende Mädels an derartigen Positionen.

Dabei spielt es keine Rolle, daß das Lokal bis auf einen einzigen Tisch völlig leer ist und daß man nach einem verstohlenen Blick in das dicke Buch festgestellt hat, daß für heute auch keinerlei Reservierungen vorliegen. Das Ritual muß eingehalten werden. In jedem Fall ist es besser, vorher anzurufen und einen Tisch zu bestellen, nicht weil man sonst keinen Platz bekäme, sondern um dem Mädel am Empfang eine Freude zu machen (seid nett zueinander) und weil man dann mit Namen angesprochen und als VIP behandelt wird.

Nachdem man nun endlich an seinem Tisch Platz genommen hat (die Speisekarten hat die Empfangsdame schon mitgebracht)...

Es gehört zu den wohl ewig ungeklärt bleibenden Merkwürdigkeiten, daß die Hauptgerichte auf amerikanischen Speisekarten unter der Überschrift Entrées zu finden sind. Das was wir Deutschen (oder Franzosen) unter Entrées verstehen, heißt hier Starters. Desweiteren ist es anfangs zwar mißverständlich, aber ganz normal, daß Speiselokale sich hier in Amerika oft Café nennen.

...kommt nach wenigen Sekunden der erste dienstbare Geist angerannt, der mit der Frage "How are you tonight?"...

Auf deutsch: Wie geht es Ihnen heute abend? Auf diese Frage, die einem im Laufe des Tages mit Sicherheit in ähnlicher Form schon 146 mal gestellt wurde (vielleicht war es mehr oder weniger, das hängt davon ab, wievielen Menschen man begegnet ist), sollte man gar nicht erst versuchen, umfassend und wahrheitsgemäß zu antworten. Ein schlichtes Fine, thanks (auf deutsch: Danke, gut) genügt und mehr wird auf diese reine Höflichkeitsfloskel auch nicht erwartet.

...zuerst mal die auf dem Tisch stehenden Gläser mit Eiswasser füllt.

Das ist eine absolute Manie, eine Art zwanghaftes Verhalten aller Kellner und -innen. Ich habe mal folgendes Experiment durchgeführt: Als der Mensch mit der Eiswasserkanne zu meinem Tisch kam, habe ich ihm mein noch leeres Glas mit den Worten "No water, please" in die freie Hand gedrückt. Nachdem er ein mich paar Sekunden lang verdutzt und mit verwirrtem Blick angestarrt hatte, nahm es der Eiswassermann auch brav mit. Doch nicht lange danach entdeckte ein anderer Kellner, daß bei mir das Wasserglas fehlte. Schwupp, ich hatte wieder eins. Glücklicherweise gelang es mir, ihm klarzumachen, daß ich kein Wasser wolle und er das Glas wieder mitnehmen könne (zu diesem Zeitpunkt begann man an den Nebentischen bereits zu tuscheln). Zähneknirschend erfüllte der Kellner meine seltsame Bitte. Jetzt schlug das Bedienungspersonal eine raffinierte Taktik an: der nächste Kellner brachte mir nämlich ein bereits mit Eiswasser gefülltes Glas. Noch bevor ich es ihm aus der Hand schlagen konnte, bemerkte ich die auf mich gerichteten haßerfüllten Blicke der anderen Gäste und als ich sah, wie der Geschäftsführer zum Telefon griff, um den Sheriff zu rufen, habe ich es tatsächlich aufgegeben. Aber ganz zum Schluß bin ich doch Sieger geblieben, denn getrunken hab ich das verdammte Wasser jedenfalls nicht!

Kurz danach erscheint die für diesen Tisch zuständige Bedienungsperson, stellt sich namentlich vor (jawohl: "Hi, I'm Judy, I am your waitress.") und fragt dann nach dem obligatorischen "How are you tonight?", ob man gewählt habe und bestellen möchte. Die Bestellung wird sorgfältig notiert und in einer relativ kurzen Zeit bekommt man sein Essen. Nach den ersten zwei, drei Bissen taucht plötzlich der Geschäftsführer auf und fragt - nicht ohne vorher wissen zu wollen, how man tonight sei - ob auch wirklich alles recht ist und so, wie man es sich vorgestellt hat.

Dieses "Nachfassen" ist auch in vielen anderen Bereichen üblich. Ein paar Tage nach der Inbetriebnahme unseres Kabelanschlusses rief US Cablevison mich an und fragte, ob alles zu meiner Zufriedenheit geregelt sei und ob die Techniker kompetent waren und auch saubere Fingernägel hatten. Zweites Beispiel: Nachdem ich mit meiner Bankkarte zum ersten Mal frische Dollars am Automaten gezogen hatte, kam drei Tage später ein Kärtchen von meiner Bank, gratulierte mir zum ersten Gebrauch der Kundenkarte und begrüßte mich schriftlich in der (wörtlich) schnell-wachsenden Gruppe der Menschen, die es für einen sicheren und bequemen Weg halten, auf diese Weise ihr Budget zu managen ... hahaha.

Ja, Essen und Trinken sind (genauso wie das Müllabladen) soziale Tätigkeiten und keine reine Nahrungsaufnahme, da ist man nett und höflich, da wird geplaudert und gescherzt. Aber das ist ja überall auf der Welt so, nicht wahr?

Was nicht überall auf der Welt so ist, ist die im Regelfall ausgezeichnete Qualität (und die Größe!) der Steaks. Ein ganz normales Rumpsteak beginnt hier bei etwa 300 Gramm und ein 16 Unzen Steak wird auch noch für eine Person als ganz normal angesehen.

Und ich bin hier nicht mal in Texas. Dort kommt, wie mir aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde, bei der Bestellung eines Steaks prompt die Gegenfrage, ob man die linke oder lieber die rechte Hälfte des Ochsen haben wolle. Eine Unze sind übrigens 28,35 Gramm, 16 Unzen = 453,60 Gramm, schon ganz ordentlich!

Grundsätzlich gilt, egal ob Steak oder Hummer, ob Pizza oder Pasta, daß die Portionen hier um ein Vielfaches größer sind als in Deutschland. Was man im Restaurant nicht aufessen kann, wird ohne zu zögern eingepackt. Nein, es verkommt nichts! Allenthalben sieht man Leute mit Päckchen aus Alufolie in der Hand aus den Restaurants kommen. Ja, viele Lokale stellen sogar richtige Papp- oder Styropor-Behälter mit aufgedrucktem Restaurant-Logo für solche Fälle zur Verfügung.

Die Amerikaner nennen das liebevoll Doggie Bag (= Hundetüte), aber ich bin davon überzeugt, daß es in den seltensten Fällen der Hund ist, der sich an den Resten der Mahlzeit gütlich tut.

Obwohl ich bisher immer alles aufgegessen habe, mir gefällt das! Und mir gefällt auch, daß das Steak immer auf den Punkt genau so gebraten ist, wie man es bestellt hat. Dabei ist die Auswahl der möglichen Aggregatzustände eines Steaks in Amerika viel feiner abgestuft als üblicherweise in Deutschland, was die Arbeit des Grillmeisters ja nun nicht unbedingt erleichtert. Aber, wie gesagt, das Steak ist jedesmal Spitze.

Englisch, medium oder durch, mehr gibt's in Deutschland ja schon nicht. Hier in Amerika heißen die Entsprechungen zwar auch rare, medium bzw. well-done, aber es sind alle möglichen Zwischenstufen denk- und bestellbar: von very rare (sehr roh) über medium-rare, well-medium (etwas mehr als medium) bis schließlich hin zur gemeinen Schuhsohle.

Das Bier

Eben habe ich Ihnen die Eiswasser-Story erzählt, daher ist es jetzt höchste Zeit, auch von anderen Getränken zu berichten. Die sogenannten Softdrinks, wie Cola, Fanta, Sprite, Ginger Ale, Tonic Water, Bitter Lemon und was es da sonst noch alles an farbenfrohen Limonaden (meist in den handlichen 2-Liter-Flaschen) so gibt, übergehe ich großzügigerweise, denn die kennen Sie selber zur Genüge. Aber das amerikanische Bier verdient eine ausdrückliche Erwähnung.

Dazu zuerst eine kleine Vorgeschichte: Ich erinnere mich noch genau, als ich 1979 zum allerersten Mal geschäftlich in Amerika war und mir an der Hotelbar im New York Hilton ein Bier bestellte.

Auf der Karte stand tatsächlich "Budweiser" und zumindest die Bierkenner unter Ihnen können ganz sicher meine damalige Vorfreude noch nachträglich mit mir teilen.

Zum ersten Mal stutzte ich, als der Barkeeper in die Tiefkühltruhe griff und ein rauhreifüberzogenes Glas vor mich hinstellte. Das zweite Stutzen überkam mich, als er aus einer zweiten Kühltruhe eine Büchse (!) Bier hervorzauberte, dieselbe mit geübter Handbewegung an dem bekannten Ring aufriß und mir den Inhalt ins Glas kippte.

Er brauchte sich dabei nicht mal sonderliche Mühe zu geben, denn aufgrund der niedrigen Temperatur hätte auch der beste Bierzapfer der Welt keine Schaumkrone hingekriegt.

Endgültig vorbei war es bei mir, als ich - vorsichtig, damit meine Lippen nicht an dem eiskalten Glas kleben blieben - den ersten Schluck nahm. Nur meiner damals noch ausgezeichneten Körperbeherrschung war es zu verdanken, das ich diesen Schluck dem armen Barkeeper (der ja nun wirklich am wenigsten dafür konnte) nicht auf seine schöne Theke prustete. Mit allen mir bekannten Biersorten hatte dieses geschmacklose Gebräu mal gerade noch entfernt die Farbe gemein.

Der langen Vorrede kurzer Sinn: seit jener Zeit hat sich in Bezug auf die amerikanische Bierkultur (hahaha) nichts, aber auch rein gar nichts gebessert! Dabei kann sich die Vielfalt der Marken durchaus sehen lassen und ein unvoreingenommener Betrachter wird darob vielleicht sogar staunen. Er weiß ja (noch) nicht, daß jede einzelne dieser Sorten wie alle anderen schmeckt, nämlich nach nichts. Unterschiede - sollte es denn überhaupt welche geben - lassen sich vermutlich nur mit modernsten chemischen Analyseverfahren (à propos Chemie, wer hat da gerade was von Reinheitsgebot gemurmelt?) feststellen und nachweisen. Deswegen ist es völlig egal, welche Marke man sich antut: Budweiser, Miller, Coors, Michelob und was sich da sonst noch so in den (Kühl-) Regalen der Supermärkte tummelt.

Eine amerikanische Biermarke gibt es, aber wirklich nur diese eine einzige, die ein bierkennender Deutscher einigermaßen mit Genuß trinken kann. Merken Sie sich den Namen und fragt das nächste Mal ausdrücklich danach: Samuel Adams Lager Beer, gebraut in Boston. Ja, und in manchen Lokalen gibt es alle diese Sorten sogar vom Faß.

Faßbier heißt auf englisch Draught Beer, wie gesagt, auf englisch. Weil das aber eh 'draft' ausgesprochen wird und die Amerikaner so komplizierte Buchstabenfolgen wie beim Wort draught überhaupt nicht lieben, heißt es auf amerikanisch logischerweise von vorneherein Draft Beer. Zum Trost für alle diejenigen unter Ihnen, die in nächster Zeit einen Besuch der Vereinigten Staaten planen, sei jedoch folgendes gesagt: In Amerika gibt es alles! Ja, wirklich alles! Genauso wie in Europa amerikanischer Frühstücks-Bacon, Nike-Turnschuhe, kalifornischer Wein, Levi's Jeans und was weiß ich noch alles erhältlich ist, bekommt man hier nicht nur Becks, sondern sogar echtes Weizenbier (zwar nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, aber - per US-Gesetz! - nachträglich mit Konservierungsstoffen angereichert!). Aber erstens ist es nicht immer ganz einfach, sowas zu finden (nochmal an die Größe des Landes erinnernd muß man dazu u. U. ein paar Stunden fahren) und zweitens soll mein Bericht ja nicht von Dingen handeln, die eine gewisse Ausnahme darstellen bzw. die Sie sowieso kennen, sondern von dem, was halbwegs typisch amerikanisch ist.

Das allerneueste Verbrechen der Amerikaner darf  ich zum Schluß natürlich nicht verschweigen: seit einiger Zeit gibt es in Amerika ein Bier, welches - fast versagen mir meine Finger ihren Dienst ob der Ungeheuerlichkeit, die ich sie jetzt zu schreiben zwinge - auf fast 0 °Celsius gekühlt werden kann ohne zu gefrieren!

Und da haben wir Deutschen uns damals aufgeregt über das bißchen Glycol im österreichischen Wein.

Ich schwöre bei der gesamten nächsten Welthopfenernte, es ist die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Mehr möchte ich dazu einfach nicht sagen.

Jetzt spüre ich schon förmlich Ihre Ungeduld zu erfahren, wie ich die nächste Überleitung meistere. Nun, diesmal ist es wirklich einfach, da man Bier ja - wenn auch nicht unbedingt in Amerika, wie Sie gerade gelesen haben - ganz allgemein zu den Genußmitteln rechnen kann. Dasselbe gilt auch für den Tabak. Ich werde also jetzt vom Rauchen erzählen.

Rauchen

Also, zunächst sei noch einmal daran erinnert, daß Amerika (Marlboro Country) nach wie vor das Land mit der größten Zigarettenproduktion und den bekanntesten Marken der Welt ist. Absolut gesehen, gibt es hier sicher auch die meisten Raucher. Wieviel Prozent der Gesamtbevölkerung das ausmacht, weiß ich allerdings nicht.

Wie in Deutschland auch, ist Zigarettenwerbung in der Öffentlichkeit verboten und dort ist auch das Rauchen verpönt bzw. teilweise sogar bei Strafe untersagt.

Die Höhe dieser Strafe richtet sich nach dem Bundesstaat. Hier in New York sind es 500 und in Kalifornien sogar bis zu 2000 Dollar!

Zur Öffentlichkeit zählt in diesem Fall nicht nur das Fernsehen, das Radio und die Plakatwand, sondern auch Zeitschriften und allgemein zugängliche Gebäude, wie Behörden, Flughäfen und Bahnhöfe, Einkaufszentren, Bürogebäude und ähnliches. In Hotels muß man beim Check-In ausdrücklich nach einem Raucherzimmer fragen und dieselben sind meist alle auf einer Etage zusammengefaßt, damit die Nichtraucher auch wirklich nicht vom aktiven Qualm bzw. nach Beendigung des Rauchvorgangs von dem üblen kalten Geruch belästigt werden können. Bisher sind zum Glück die meisten Restaurants noch in Raucher- und Nichtraucherzonen aufgeteilt, aber die meisten Fast-Food-Ketten haben in ihren Läden das Qualmen schon total untersagt (und werben natürlich auch heftig damit).

Auf Inlandflügen darf man schon länger bei keiner einzigen amerikanischen Fluggesellschaft mehr rauchen...

Was bei einer Flugzeit von fünfeinhalb Stunden zwischen den Ost- und Westküste einigen eingefleischten Kettenrauchern sicher schon ganz schön schwer fällt. Aber was will man machen? Flüge mit halbstündigen Zwischenlandungen als Rauchpausen sind derzeit noch eine echte Marktlücke. Vielleicht kommt ja in Kürze jemand drauf und verdient sich damit dumm und dämlich. Hiermit melde ich offiziell meine Ansprüche als Erfinder an!

...und einige Airlines haben das Rauchen an Bord ihrer Flugzeuge auch auf internationalen Routen (als international gelten hierzulande in erster Linie die Routen USA/Kanada und USA/Mexiko) und sogar auf Überseestrecken gänzlich untersagt (Delta-Slogan: We are the first airline in the world flying totally smoke free) und sind auch noch stolz darauf.

Ja, Raucher (und ich gehöre nach wie vor auch dazu) haben es schwer hier. Aber sehen wir es positiv: ich komme ziemlich genau doppelt solange mit einer Dose Tabak hin wie früher. So rauche ich beispielsweise den ganzen Tag über im Büro überhaupt nicht, denn es ist mir einfach zu blöd, mir eine Pfeife zu stopfen, vor die Tür zu gehen und mich zu den traurigen Gestalten zu gesellen, die, ihre Zigarette mit den klammen Fingern kaum halten könnend, füßestampfend und mit hochgeschlagenem Mantelkragen zitternd in der Kälte stehen, um ihrer Sucht zu frönen. Und genauso wie mir geht es tausenden anderen auch, so daß diese Antirauchkampagne tatsächlich schon massive Erfolge verzeichnen kann. Ja, und nicht nur in unserem eigenen Auto darf  ich natürlich rauchen soviel und solange es mir Spaß macht, sondern auch daheim.

Die Sprache

Ich möchte meinen Bericht nicht beenden, ohne wenigstens ein paar Sätze über eines meiner Lieblingsthemen gesagt zu haben: die Sprache. Ich habe - wie Ihnen zweifellos aufgefallen ist - immer mal wieder das eine amerikanische Wort oder die andere amerikanische Redewendung einfließen lassen und auch schon auf den lässigen Umgang der Amerikaner mit ihrer Muttersprache verwiesen.

Man muß hier sehr sorgfältig zwischen dem britischen und dem amerikanischen Englisch unterscheiden. Die Amerikaner und, in einem besonderen Maß, die Briten tun das auch. Böse Zungen behaupten, daß amerikanische Bestseller erst übersetzt werden, bevor sie auf dem britischen Markt veröffentlicht werden.

Ich beginne mit einem Beispiel zum sozialen Kontext der Sprache: Jeder Mensch assoziiert bei einem beliebigen Wort ein ganzes Umfeld von Begriffen, Tätigkeiten, individuellen Erinnerungen usw.. Wenn ein Deutscher "Auto" hört, denkt er höchstwahrscheinlich nicht nur an den Ölfleck in seiner privaten Garage, sondern in diesem Wort "Auto" sind automatisch, und ohne daß er sich dessen bewußt wird, auch die täglichen Staus auf den (deutschen) Autobahnen, die (deutschen) Diskussionen um Geschwindigkeitsbeschränkungen, die Parkplatznot in den (deutschen) Innenstädten, die (deutschen) Benzinpreise, die Anzeige des neuesten BMW-Modells in einer (deutschen) Illustrierten und, und, und eingeschlossen.

Ein Amerikaner denkt sich bei den Wort Car unbewusst dazu, daß seine Tochter nächsten Monat 16 wird und daher dringend ein eigenes Auto braucht und daß er in zwei Tagen die nächste Rate für den Wagen seiner Gattin überweisen muß. Außerdem gehören zu seinem (amerikanischen) Assoziationsfeld natürlich auch die (amerikanischen) 55 mph, sein (amerikanisches) Traumauto, das er gestern im (amerikanischen) Fernsehen gesehen hat, während er sein (amerikanisches) Steak zum Abendbrot verspeiste usw..

Sie sehen, jeder denkt zwar etwas Ähnliches, aber doch mit feinen Unterschieden. Wenn mir als Deutscher nun ein Amerikaner von einem Car erzählt und ich nicht wenigstens ungefähr weiß, was dabei alles in seinem Unterbewusstsein mitspielt bzw. mitspielen kann, können wir u. U. stundenlang aneinander vorbeireden, ohne uns genau zu verstehen. Und daß, obwohl ich genau weiß, daß Auto auf englisch Car heißt! Klar geworden? Um eine Sprache also wirklich verstehen zu können, genügt es also nicht allein, Vokabeln und Grammatik zu lernen, obwohl das natürlich die absolute Mindestvoraussetzung ist, sondern ich brauche ein wenig Verständnis für den sozialen Kontext.

Dasselbe haben meine Frau Gisela und ich erfahren, als wir in Dänemark lebten. Schnell noch ein Beispiel dazu: Wenn man das dänische Wort 'Hygge' im Wörterbuch nachschlägt, findet man dort die Übersetzung 'Gemütlichkeit'. Trotzdem liegen Lichtjahre zwischen der dänischen Hygge und der deutschen Gemütlichkeit. Das läßt sich auch nicht beschreiben, sondern nur erleben (in der wahren Bedeutung dieses Wortes). Nicht zuletzt, weil wir das an uns selbst erfahren haben, benutzen wir noch heute in bestimmten Situationen dänische Wörter, weil sie den Kontext des eigenen (in diesem Fall: gemeinsamen) Erfahrungsraumes besser treffen, als das jeweilige deutsche Wort.

Nicht umsonst heißt es ja, daß man eine Sprache am besten in dem Land lernt, in dem sie gesprochen wird. Und dazu genügt leider nicht, daß man dort mal 14 Tage Urlaub macht. Auf meine persönlichen Sprachkenntnisse bezogen bedeutet es, daß ich zur Zeit zwar im Amerikanischen so ziemlich alles verstehe, aber leider noch nicht alles "verstehe"!

Bedingt durch die vielen Kulturen, die hier in Amerika zusammentreffen (ich nehme jedenfalls an, daß es daran liegt), hat es sich der Amerikaner schon in grauer Vorzeit abgewöhnt, mit der Sprache seiner Mitmenschen besonders kritisch zu sein. Nicht nur daß ihn ein fremdländischer Akzent nicht stört, nein, auf eine verdrehte Grammatik, eine falsche Aussprache und verkehrte Präpositionen reagiert er sehr gelassen und ein me hungry, want food versteht er genauso bereitwillig wie After all, I am a litte bit hungry and would not mind if we could have our lunch break, now.

Ich versuche mal eine Übersetzung. Das erste Beispiel: "mich hungrig, will Essen" und das zweite: "Nun, ich verspüre einen gewissen Appetit und hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn wir jetzt unsere Mittagspause machen würden".

Ich bin mir sehr sicher, daß ich häufig noch speziell die Präpositionen im Amerikanischen (on, at, after, beyond, over, above, since usw., also all die kleinen Stolperfallen, die jede Sprache zu hunderten bereithält) verkehrt verwende. Deswegen habe ich meine Sekretärin gebeten, mich bitte immer zu korrigieren. Sie meinte darauf: "Wieso korrigieren, du sprichst doch vollkommen korrekt. Sogar korrekter als viele Amerikaner."

Sie sagte natürlich 'you' und daher weiß ich nicht, und werde es niemals erfahren, ob sie mich in ihrem Inneren - schon wieder ein Beispiel für den sozialen Kontext - vertraulich duzt oder förmlich siezt.

Nun ja. Ich schreibe Ihnen das jedoch nicht, um mich ob meiner Sprachkenntnisse hervorzutun, sondern um zu demonstrieren, daß es einem Amerikaner wirklich egal ist, wie man spricht, solange das Gesagte halbwegs einen Sinn ergibt.

Vermutlich hängt damit auch die Tendenz des Amerikaners zusammen, alles das als richtig geschrieben zu akzeptieren, was so ausgesprochen wird wie das "Original". Ein Beispiel habe ich Ihnen schon gegeben: draft statt draught. In dieselbe Kategorie fallen Schreibweisen wie tonite statt tonight oder rite statt right und aussprachemäßig ist da auch kein Unterschied. Genauso wenig wie bei den beliebten Extremverkürzungen: u statt you, r statt are und ez statt easy.

Dazu muß man - Sozialkontext - wissen, daß die Amerikaner den Buchstaben Z wie das deutsche Wort 'sie' aussprechen und nicht wie die Engländer 'sett' sagen.

Es kommt noch toller, statt Wörter werden Zahlen verwendet: 2 statt to bzw. too oder 4 statt for. Ein beliebter Autoaufkleber sieht so aus: I M 2 FAST 4 U. Wenn Sie das jetzt mal bitte Wort für Wort laut lesen und englisch, nein, amerikanisch aussprechen, kommt unweigerlich I AM TOO FAST FOR YOU dabei heraus.

Auf deutsch: Ich bin zu schnell für dich. Im Deutschen geht sowas übrigens auch:  , inne 4ma (Komma inne Firma).

Schlußwort

Hier schließe ich meinen ersten Bericht aus der Neuen Welt, obwohl es noch viele Themen gibt, über die so manches zu sagen gewesen wäre.

Erwähnt habe ich z. B. nicht das Verhältnis "des Amerikaners" (Sie wissen hoffentlich jetzt etwas genauer, was ich eingangs damit gemeint habe) zur Musik, zur Religion, zu seiner Familie, zum Sport und, und, und. Viele kleine Merkwürdigkeiten fallen mir auch jetzt nicht ein. Vielleicht finde ich die Zeit, später einmal darüber zu berichten, oder noch besser: vielleicht ist es mir ja gelungen, Sie so neugierig zu machen, daß Sie demnächst mal einen Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika einplanen.

Wie anfangs schon angekündigt, hatte ich nicht den Ehrgeiz, einen vollständigen Bericht oder gar einen Reiseführer zu schreiben, sondern meine ersten Eindrücke zu schildern.

Höflich - wie ich es hier in Amerika endlich zu sein gelernt habe - danke ich für Ihre Aufmersamkeit und Geduld und hoffe, in Ihren Augen nicht zu bissig zu unserem Gastland und seinen Einwohnern gewesen zu sein. Sollten Sie diesen Eindruck gewonnen haben, weise ich ihn hier in aller Deutlichkeit zurück. In diesem Fall empfehle ich Ihnen, meinen Bericht nochmal ganz von vorne zu lesen und bitte Sie, bei diesem zweiten Mal etwas genauer zwischen den Zeilen auf das Schmunzeln in meinen Mundwinkeln und auf mein verschmitztes Augenzwinkern zu achten! Ich fühle mich bis jetzt nicht nur sehr wohl hier in Amerika, sondern betrachte diesen Aufenthalt als das, was ich aus ihm mache: eine derzeit noch unabschätzbare Erweiterung meines geistigen Horizontes und eine echte Bereicherung meines persönlichen Erfahrungsschatzes.


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